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Der Ehevertrag kann viel Streit ersparen

Die Reichen und Schönen machen es uns vor: Bevor sie ihren Liebsten das Jawort geben, regeln sie oft in einem Ehevertrag, wie es mit dem Geld im Fall einer eventuellen Trennung aussieht. Denn Scheidungen können teuer werden - nicht nur für Promis. Mittlerweile wird jede zweite bis dritte Ehe geschieden, da sichern sich viele lieber ab. Allerdings lohnen sich die Vertragsklauseln nicht für jedes Paar, denn das Gesetz sorgt für den Regelfall vor. ""Paare ohne Ehevertrag leben im gesetzlichen Güterstand der so genannten Zugewinngemeinschaft", erläutert ein Notar. Das bedeutet, die Vermögen der Partner aus der Zeit vor der Ehe bleiben getrennt.

Gewinn und Haftung

Nur die Werte, die während der Ehe erwirtschaftet oder gemeinsam gekauft werden, gehören beiden - und gemeinsame Haftung besteht nur gemeinsam aufgenommenen Schulden oder gegenseitigen Bürgschaften. "In der Regel sind daher Frauen, die als Mutter und Hausfrau zu Hause bleiben, per Gesetz ganz gut abgesichert", sagt eine Familienanwältin. Empfehlenswert ist ein Ehevertrag allerdings für Selbstständige und Unternehmer. "Eine Scheidung kann vor allem für Selbstständige etwa mit einer Arztpraxis oder einem eigenen Betrieb die ganze Existenz bedrohen", gibt die Fachanwältin zu bedenken.

Denn bei derZugewinngemeinschaft müssten sie die Hälfte des während der Ehe verdienten Geldes an den Ehepartner abgeben. "Da lohnt sich in vielen Fällen eine Gütertrennung, die regelt, dass der Betrieb im Falle einer Scheidung außen vor bleibt", so die Anwältin. Ein Ehevertrag ist auch für Paare mit doppeltem Einkommen und jeweils eigenen empfehlenswert. "So kommt dann nicht bei der Scheidung das böse Erwachen, weil der Partner etwa sein ganzes Geld verprasst hat", sagt der Notar. In jedem Fall sollten Paare sich individuell beraten lassen, denn einen "08/15-Ehevertrag" gebe es nicht. Dann kann berücksichtigt werden, welche berufliche Zukunft die Partner planen und ob sie Kinder wollen. Ausgearbeitet werden Eheverträge von Rechtsanwälten und Notaren. Anwälte beraten zu Gunsten des eigenen Mandanten. Notare müssen hingegen neutral entscheiden.

Noch vor der Ehe
In jedem Fall wird geraten, den Vertrag noch vor der Ehe abzuschließen. "Die meisten Paare, die es nachher machen wollen, schieben es immer wieder auf und vergessen es dann doch." Als Zeichen von Misstrauen sehen die Juristen den Ehevertrag nicht. Denn anders als vor dem Traualtar versprochen, halten eben nicht alle Ehen ein Leben lang.